Landwirtschaft und Wasserversorgung

Gemeinsame Themen besprochen

Gerhard Stadler, niederbayerischer Bezirkspräsident des Bay. Bauernverbandes (BBV) und Frau Claudia Erndl, Kreisbäuerin Straubing-Bogen besuchten den Wasserzweckverband um über aktuelle Themen der Land- und Wasserwirtschaft zu sprechen. Verbandsvorsitzender Karl Wellenhofer, dessen Stellvertreter Anton Kargel und Werkleiter Ludwig Sigl begrüßten die Gäste. „Es gibt viele Themen, die die Wasserversorgung und die Landwirtschaft gemeinsam betreffen“, so Karl Wellenhofer, „daher ist es gut und wichtig, die Probleme anzusprechen und gemeinsam zu diskutieren.“ Eingangs zeigte Herr Sigl das Ergebnis der Neuausweisung der „Roten Gebiete“ in allen Gewinnungsgebieten des Verbandes auf. Im Zweckverband verstehe man dabei nicht, dass das Einzugsgebiet der Mallersdorfer Brunnen jetzt nicht mehr „rot“ ist, obwohl der Nitratwert wischen 40 und 50 mg/L liegt. Herr Stadler wies darauf hin, dass die Landwirte auch trotz der reduzierten „Roten Gebiete“ mit der eingeschränkten Düngung und vor allem der bürokratischen Aufzeichnungspflicht zu kämpfen haben. Der BBV fordert darum u. a., dass noch mehr Messstellen herangezogen werden, um die mit Nitrat belasteten Gebiete noch verursachergerechter ermittelt werden. Der Wasserzweckverband hat mit den Landwirten rund um die Brunnen bzw. Quellen in Mallersdorf und Sallach freiwillige Bewirtschaftungsvereinbarungen abgeschlossen, die diejenigen Landwirte fördert, die möglichst wenig Nitrat am Jahresende im Boden nachweisen können. In Sallach ist man hier über viele Jahre sehr erfolgreich und die Nitratwerte sinken leicht. Diese Kooperation soll auch künftig fortgeführt werden, so Karl Wellenhofer. Zum anderen betrifft die zunehmende Trockenheit Wasserversorger und Landwirtschaft gemeinsam. In diesem Jahr fielen zwar wieder etwas mehr Niederschläge, trotzdem ging die Grundwasserneubildung in den letzten 10 Jahren in Niederbayern um      26 % zurück. Es muss daher auch in der Landwirtschaft höchste Priorität haben, die Böden so zu bewirtschaften, dass möglichst viel Wasser auf den Feldern versickern kann, für Pflanzen verfügbar bleibt und der Oberflächenabfluss minimiert wird. Für die Land- und Wasserwirtschaft wird es nach den aktuellen Klimaprognosen immer wichtiger, jeden Tropfen Niederschlag so effizient wie möglich zu nutzen.  Wie die Landwirte künftig zum Beispiel ihre Felder bewässern können, lässt der Landkreis Regensburg in einem Konzept ausarbeiten. Auch die Landkreise Straubing-Bogen, Dingolfing-Landau und Landshut planen dies. In diesem Zusammenhang wies Werkleiter Sigl darauf hin, dass man bereits die ersten Auflagen erhalten habe, Tiefengrundwasser künftig nicht mehr zur Bewässerung landwirtschaftlicher Flächen oder Sportplätzen abzugeben. Für Kreisbäuerin C. Erndl muss aber schon gewährleistet sein, dass Landwirte weiterhin zur Produktion von Lebensmitteln Wasser zur Verfügung haben.

Passend zum Thema erklärten die Vorsitzenden Wellenhofer und Kargel die Absicht der Wasserwirtschaftsämter, künftig Trinkwasser nur noch aus der oberen Schicht fördern zu lassen. Sollten hier die Nitratwerte zu „hoch“ bleiben, wird über kurz oder lang eine sehr teure Aufbereitung notwendig sein. Auch hier sind die betroffenen Landwirte erneut gefordert. Bezirkspräsident Stadler erklärte abschließend, dass die Landwirte immer schon für den Trinkwasserschutz waren und sind, aber die staatlichen Regelungen für die Landwirtschaft auch akzeptabel und vor allem in der täglichen Praxis relativ unbürokratisch umsetzbar sein müssen.

Mit der Zusicherung, bald wieder gemeinsam über aktuelle Themen zu diskutieren, verabschiedete sich die Delegation des Bay. Bauernverbandes.

 

Auf dem Bild von links: Werkleiter Ludwig Sigl, Stv. Verbandsvorsitzender Anton Kargel, Kreisbäuerin Claudia Erndl, Verbandsvorsitzende Karl Wellenhofer, Bezirkspräsident BBV Gerhard Stadler

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