Wasserzweckverband Mallersdorf saniert zentralen Trinkwasserspeicher

Solide Finanzlage trotz Verlust in 2024

In der jüngsten Verbandssitzung des Wasserzweckverbandes Mallersdorf (WZV) konnte Vorsitzender Karl Wellenhofer den über 30 Verbandsrätinnen und Verbandsräten aus den 14 Mitgliedsgemeinden eine solide, finanzielle Lage präsentieren, obwohl man das Jahr 2024 mit einem Verlust von 426.030 € abgeschlossen hat. Die Rechnungsprüfer haben zudem eine ordnungsgemäße Wirtschaftsführung für 2024 bestätigt und nichts beanstandet.

Zu Beginn der Sitzung gab es eine Gedenkminute für den verstorbenen, ehemaligen Werkleiter Rudi Hurzlmeier, der in den ersten 30 Jahren den Verband maßgeblich aufgebaut und geprägt hat. Anschießend zeigte Werkleiter Ludwig Sigl in gewohnter Manier die Gegenüberstellung der Zahlen im Wirtschaftsplan zu den tatsächlichen Zahlen auf und erklärte einige Abweichungen. Es wurden rund 2.3 Mio. Kubikmeter Wasser verkauft, die einen Erlös von 4.867.000 Euro erbrachten. Für den Strombezug bezahlte man ca. 592.000 Euro und der Personalaufwand liegt bei rund 1.4 Mio. Euro, dies sind 5 % mehr durch Tarifsteigerungen als 2023. Die Abschreibungen liegen bei knapp 1.5 Mio. und für den Unterhalt und die Erneuerung der Versorgungsleitungen wurden über 1.8 Mio. Euro aufgewendet. Sonstige betriebliche Aufwendungen lagen bei rund 540.000 Euro und für die Darlehen musste man knapp 10.000 Euro begleichen. Auf der anderen Seite stehen Zinseinnahmen von über 18.000 Euro und rund 51.000 Euro Einspeisevergütungen durch die PV-Anlage. Eingenommen wurden auch über 900.000 Euro Rohnetzkostenbeiträge und der Schuldenstand konnte auf 1.9 Mio. Euro gesenkt werden, u. a. weil das eingeplante Darlehen nicht benötigt wurde.

Vorsitzender Karl Wellenhofer erklärte ergänzend, dass der Jahresverlust vor allem durch die hohen Stromkosten und den gestiegenen Sanierungsbedarf des Leitungsnetzes entstanden ist, aber deutlich niedriger ist als eingeplant. „Ich bin mit diesem Ergebnis sehr zufrieden und kann die hervorragende Arbeit von Werkleiter Ludwig Sigl mit dem Team aus der Technik und Verwaltung nur loben.“

Als nächstes wurde die Verbands- und Betriebssatzung leicht geändert und die finanziellen Befugnisse des Vorsitzenden, des Werkleiters und Werkausschuss aufgrund der Inflation angepasst. Werkleiter Sigl wurde anschließend die Vollmacht erteilt, für 2028 einen Stromliefervertrag abzuschließen, sobald der Preis an der Strombörse nicht höher als 8 Cent pro kWh netto liegt.

Vorsitzender Wellenhofer stellte dann kurz das Ergebnis der überörtlichen Prüfung durch den Bay. Prüfungsverband für die Jahre 2019 bis 2023 dar, die allgemein sehr positiv ausgefallen ist und keine Beanstandungen hervorgebracht hat.
Ludwig Sigl und Karl Wellenhofer informierten dann über aktuellen Baustellen in Mettenbach und in Unterhollerau, wo der Austausch der Leitungen ca. 500.000 Euro kostet. Die größte Maßnahme ist derzeit die Generalsanierung des Trinkwasserspeichers Hainkirchen bei Mallersdorf, der zwischen dem Labertal und dem Aitrachtal bei Menkofen eine zentrale „Verschiebestation“ einnimmt. Für rund 2 Mio. Euro werden die Behälter á 1000 Kubikmeter mit Edelstahl ausgekleidet und neu abgedichtet.

Beim Bau des Süd-Ost-Links durch Tennet müssen jetzt doch an 3 Stellen die Hauptwasserleitung ausgebaut werden, um die Stromkabel zu verlegen. Die entstehenden Kosten, auch für die Notversorgung, in Höhe von knapp 100.000 Euro werden von Tennet wieder erstattet.

Auf 2 Jahre erstreckt sich auch der Austausch des Leitsystems mit Prozesstechnik im Wasserwerk Ettersdorf, das Herzstück zur Steuerung sowie Überwachung der kompletten Wasserversorgung im Verbandsgebiet. Ersatzteile sind hier nicht mehr lieferbar, die neue Anlage kostet rund 850.000 Euro. Werkleiter Sigl zeigte dann auf, dass der Brunnen II in Hofdorf bei Mengkofen untersucht worden ist und trotz seines Alters von 60 Jahren noch gut funktioniert. 2026 wird aber eine chemische Reinigung fällig.

Auch für 2024 konnte wieder eine Rückvergütung der Stromkosten in Höhe von 50.000 Euro erzielt werden, weil die Pumpen so gesteuert werden, dass sie in der Hochlastzeit nicht in Betrieb sind. Jedes Jahr eine Herausforderung für den techn. Leiter Martin Burgmeier, der dies immer Bestens löst.

Weitergeführt werden auch die freiwilligen Bewirtschaftungsvereinbarungen mit den Landwirten in den Gewinnungsgebieten Mallersdorf und Sallach, wodurch in Mallersdorf die Nitratwerte nicht mehr steigen und in Sallach leicht fallen.

Kein Verständnis zeigten Vorsitzender Wellenhofer und Werkleiter Sigl für die zuletzt illegalen Wasserentnahmen an mehreren Orten im Verbandsgebiet. Für jede Wasserentnahme ist die Genehmigung des WZV und der Einsatz eines Wasserzählers notwendig. Alles andere ist Diebstahl.

„Zusammenfassend“, so Vorsitzender Wellenhofer „bleibt unsere große Aufgabe, das rund 750 km lange Rohrnetz sowie die Wasserwerke und Pumpanlagen ständig zu sanieren. Diese Anlagen sind teilweise 60 Jahre alt und wir müssen hier künftig noch mehr investieren, um die Versorgungssicherheit der rund 40.000 Abnehmer zu gewährleisten. Damit wird auch der Wasserpreis weiterhin steigen.“

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