Wasserzweckverband Mallersdorf beschließt den Haushalt 2026
Wasser-Cent, steigender Unterhalt und Defizit der Vorjahre erhöhen Wasserpreis
Vor wenigen Wochen fand die letzte Verbandsversammlung des Wasserzweckverbandes (WZV) Mallersdorf in der Periode 2020-206 statt, bei dem das Gremium zwei wichtige Beschlüsse einstimmig gefasst hat. Der neue Wasserpreis steigt auf 2,37 Euro/m³ und der Wirtschaftsplan für 2026 sieht einen Gewinn von 464.250 Euro vor. Damit ist auch für die nächsten Jahre die Versorgung mit einwandfreiem Trinkwasser weiterhin sichergestellt.
Verbandsvorsitzender Karl Wellenhofer bedankte sich eingangs anlässlich der letzten Sitzung bei allen Mitgliedern der 37-köpfigen Verbandsversammlung für die konstruktive und immer sachliche Zusammenarbeit in den letzten Jahren, da nach den Kommunalwahlen im März 2026 die 14 Mitgliedsgemeinden evtl. neue Verbandsrätinnen und -räte entsenden werden. Wellenhofer führte weiter aus, dass durch die kompetente und vorausschauende Geschäftsführung von Werkleiter Ludwig Sigl, den daraus folgenden Entscheidungen des Werkausschusses sowie der Verbandsversammlung und den dann umgesetzten Maßnahmen im ganzen Versorgungsgebiet der WZV gut aufgestellt ist und die Finanzen mit einem Schuldenstand von rund 1.6 Mio. Euro sehr solide sind. Damit dies so bleibt, muss das Leitungsnetz (ca. 750 km lang, 50-80 Jahre alt) noch mehr erneuert werden. Nach den technischen Regeln sollte jährlich 1 Prozent ausgetauscht werden und bei aktuell 800.000 Euro Kosten pro Kilometer wären dies rund 6 Millionen Euro im Jahr. Diese Kosten und die notwendige Verstärkung des technischen Personals würde den Wasserpreis mehr als verdoppeln. Aus diesem Grund wurde der jährliche Sanierungsansatz – primär für Leitungen mit vermehrten Rohrbrüchen - von 1.5 auf 2 Mio. erhöht, was beim Wasserpreis ca. 22 Cent ausmacht. Auch das Defizit aus 2023/24 in Höhe von rund 1.5 Mio. Euro, so der Vorsitzende, muss gemäß dem Kommunalen Abgabegesetz in die neue Verbrauchsgebühr eingerechnet werden, was wiederum weitere ca. 23 Cent ergibt. Und ganz neu kommt der Wasser-Cent, der vor wenigen Tagen vom Bay. Landtag beschlossen worden ist, ab 1.7.2026 hinzu. 10 Cent pro Kubikmeter geförderten Grundwassers, sind im Verband rund 260.000 Euro im Jahr, die der WZV direkt an den Freistaat abführen muss. Umgelegt wird das ab dem 1. Kubikmeter aus der Leitung auf alle Abnehmer. Dies alles zusammen einschl. der sonstigen Betriebskosten (Personal- und Sachaufwand, Stromkosten, Ersterschließungen, Materialpreiserhöhungen etc.) führt letztlich zum neuen Wasserpreis in Höhe von 2,37 Euro/Kubikmeter (58 Cent mehr als bisher) für den Zeitraum 2026-2028, was einstimmig beschlossen worden ist.
Wirtschaftsplan sieht wieder ein Plus vor
Im nächsten Tagesordnungspunkt erläuterte Werkleiter Ludwig Sigl die Ansätze, Zahlen und geplanten Maßnahmen für 2026, wobei die größten Investitionen die Fertigstellung des sanierten Hochbehälters bei Niederlindhart, die Leitungsauswechslungen in Mettenbach, Geiselhöring und zum Hochbehälter bei Postau, die Sanierung des Brunnens II bei Mengkofen sowie die Erneuerung der Steuer-/Fernwirktechnik sind.
7.168.750 Euro in den Erträgen und Aufwendungen von 6.704.500 Euro ergeben somit einen Überschuss von 464.500 Euro, wobei ein Kredit in Höhe von 500.000 Euro vorgesehen ist. Dieses Zahlenwerk wurde ebenfalls einstimmig beschlossen.
Eine Formsache war dann die Vergabe von Tiefbauarbeiten beim Hochbehälter Hainkirchen in Höhe von ca. 160.000 Euro an den günstigsten Bieter, die Fa. Fahrner aus Mallersdorf. Positiv ist hier anzumerken, dass die geplanten Gesamtkosten von knapp 2 Mio. Euro vermutlich unterschritten werden, so Vorsitzender Wellenhofer.
Viele Informationen zum 2. Halbjahr 2026
Wellenhofer berichtete dann von einem eigenständigen Stromanschluss mit Kosten von ca. 28.000 Euro, der für den Schacht bei Penk, Gde. Bayerbach notwendig wird, weil über diesen künftig noch mehr digitale Daten im gesamten Versorgungsgebiet verteilt werden. Die Auswechslung der Wasserleitungen in Geiselhöring laufen bisher planmäßig, alle betroffenen Häuser sind schon umgeschlossen und die Aufgrabungen in den Straßen wurden mit einer neuen Asphaltschicht bereits winterfest gemacht.
Im zeitigen Frühjahr geht es weiter. Im August wurde mit dem neuen Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer ein Fachgespräch geführt, wie man die Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft und der Wasserversorgung, zum Beispiel beim Nitrat, beim Humusaufbau oder bei der Versickerung noch effektiver gestalten kann. Im Oktober trafen sich über 30 Werkleiterinnen und -leiter beim WZV in Ettersdorf und diskutierten viele aktuelle Themen, neue rechtliche Vorgaben und verschiedene Lösungsansätze in der Trinkwasserwirtschaft. Werkleiter Ludwig Sigl ist darüber hinaus – wie durch die Verbandsversammlung beauftragt - täglich an der Strombörse, um schon für 2028 einen günstigen Preis zu erzielen. In diesem Zusammenhang ist es sehr erfreulich, dass durch geschicktes Steuern aller Pumpen durch techn. Leiter Martin Burgmeier auch für 2025 wieder ein Netznutzungsentgelt in Höhe von rund 50.000 Euro vom Stromversorger rückerstattet worden ist.
Abschließend ging Vorsitzender Karl Wellenhofer noch kurz auf den Wasser-Cent ein. Wasser-Cent ja, aber ohne Ausnahmen für alle, auch für die Brunnenbetreiber, die 5000 Kubikmeter frei haben und die entnommene Menge schätzen dürfen, wenn keine Messung vorhanden ist. Leider hat die Staatsregierung jetzt die große Chance vertan, so der Vorsitzende Wellenhofer, dass alle, die Grundwasser entnehmen, Zähler einbauen müssen, um endlich zu wissen, wieviel Grundwasser in Bayern insgesamt entnommen wird. Gerade in Zeiten sinkender Grundwasserstände hätte man so Lösungen finden können, wie man versuchen kann, dies auszugleichen. Zum Beispiel mit der Verwendung des eingenommenen Wasser-Cents für die Entsiegelung von Flächen, wodurch mehr Oberflächenwasser versickern könnte. Den Wasser-Cent könnte man auch zweckgebunden für Grundwasserschutzmaßnahmen einsetzen, wie es allgemein von der Wasserwirtschaft gefordert wird.
Auch mit der zur Einführung des Wasser-Cents verbundenen Änderung des Bay. Wassergesetzes, wonach neuerdings private Unternehmer, wie z. Bsp. Flaschenwasserhersteller im öffentlichen Interesse handeln und die Bevölkerung bei Störungs-, Not-, Krisen- und Katastrophen- sowie Verteidigungsfall versorgen können, ist man nicht so zufrieden, weil dies seit jeher ausschließlich in der Hoheit der öffentlichen Hand, sprich Kommunen, war.
Abschließend dankte Vorsitzender Karl Wellenhofer den Verbandsrätinnen und -räten sowie allen Kolleginnen und Kollegen im Wasserzweckverband für die stets engagierte und gute Zusammenarbeit und wünschte eine frohe Weihnachtszeit.